Homematic IP Fenster- und Türkontakte im Vergleich: Welcher passt wofür?
eQ-3 bietet für Homematic IP fünf Bauformen von Fenster- und Türkontakten an: optisch, optisch plus, mit Magnet, verdeckt im Falz und als Fenstergriffsensor. Ich vergleiche sie anhand der Herstellerangaben und zeige, welcher Kontakt sich für Heizung, Lüften und Alarmanlage eignet und worauf Ihr bei der Montage achten müsst.
Inhalt
- Fünf Bauformen, eine Aufgabe
- Die Modelle im Vergleich
- Optisch: der Standard für die meisten Fenster
- Magnetkontakt: wenn Licht oder Abstand stören
- Verdeckter Einbau: unsichtbar im Fensterfalz
- Fenstergriffsensor: der einzige, der „gekippt“ kennt
- Welcher Kontakt für welchen Zweck?
- Montagehinweise für alle Modelle
- Erwähnte Geräte
- Häufige Fragen
Fünf Bauformen, eine Aufgabe
Ein Fensterkontakt meldet, ob ein Fenster oder eine Tür offen ist. Bei Homematic IP bietet eQ-3 dafür aktuell fünf Bauformen an, die sich in Messprinzip, Montage und Batterielaufzeit deutlich unterscheiden:
- optisch (HmIP-SWDO-2, in Anthrazit als HmIP-SWDO-A)
- optisch, plus mit längerer Batterielaufzeit (HmIP-SWDO-PL-2)
- mit Magnet (HmIP-SWDM-2)
- verdeckter Einbau im Fensterfalz (HmIP-SWDO-I)
- Fenstergriffsensor unter dem Griff (HmIP-SRH)
Dieser Beitrag ist kein Testbericht, sondern ein Überblick auf Basis der Herstellerangaben und des Vergleichsblatts, das ELV für die eQ-3-Kontakte veröffentlicht. Er soll Euch helfen, für jedes Fenster die passende Bauform zu finden. Wer gerade erst mit Homematic IP anfängt, findet in Homematic IP für Einsteiger den größeren Rahmen.
Die Modelle im Vergleich
| Modell | Erkennung | Batterien | Laufzeit (typ.) | Montage | Reichweite (Freifeld) | Sabotagekontakt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| HmIP-SWDO-2 / -A (optisch) | offen / geschlossen, Infrarot | 1× AAA | 2 Jahre | auf den Rahmen, ca. 3 mm Abstand zum Flügel | 300 m | ja |
| HmIP-SWDO-PL-2 (optisch, plus) | offen / geschlossen, Infrarot | 2× AAA | 7 Jahre (bis 15 bei reiner Sicherheitsanwendung) | auf den Rahmen, ca. 3 mm Abstand zum Flügel | 220 m | ja |
| HmIP-SWDM-2 (Magnet) | offen / geschlossen, Magnetkontakt | 2× AAA | 4 Jahre | Elektronik und Magnet getrennt, ca. 5 mm Abstand | 200 m | nein |
| HmIP-SWDO-I (verdeckt) | offen / geschlossen, Infrarot | 2× AAA | 4 Jahre | im Falz von Kunststofffenstern, mind. 15 mm Platz | 230 m | ja |
| HmIP-SRH (Fenstergriff) | offen / gekippt / geschlossen, über die Griffstellung | 1× AAA | 2 Jahre | unter dem Fenstergriff | 160 m | ja |
Quelle der Werte: ELV-Vergleichsblatt „Vergleich Homematic IP Fenster- und Türkontakte“ (Stand 07/2024) sowie die Produktseiten auf homematic-ip.com. Die Laufzeiten sind Herstellerangaben unter typischer Nutzung. Wer ein Fenster oft öffnet, wechselt die Batterien früher.
Der wichtigste Unterschied steht in der Spalte „Erkennung“: Nur der Fenstergriffsensor erkennt die Kippstellung. Laut Vergleichsblatt fragen die anderen vier Modelle die Griffposition nicht ab und können deshalb auch nicht melden, ob ein Fenster verriegelt ist. Einen Sabotagekontakt haben laut Vergleichsblatt alle Modelle außer dem Magnetkontakt SWDM-2.
Optisch: der Standard für die meisten Fenster
Der Fenster- und Türkontakt – optisch (HmIP-SWDO-2) arbeitet mit einer Infrarot-Lichtschranke. Er wird auf den Fensterrahmen geklebt oder geschraubt und erkennt, ob der Flügel davor liegt. Ein Magnet ist nicht nötig, es gibt also nur ein Bauteil. Mitgeliefert werden eine weiße und eine braune Abdeckkappe für Kunststoff- und Holzrahmen. Als HmIP-SWDO-A gibt es denselben Kontakt in Anthrazit.
Die Plus-Variante (HmIP-SWDO-PL-2) ist länger und arbeitet mit zwei statt einer Batterie. eQ-3 gibt dafür typisch sieben Jahre Laufzeit an, bei einem Fenster, das fast nie geöffnet wird und nur für die Alarmanlage überwacht wird, bis zu 15 Jahre. An der CCU2 läuft sie nicht, an der CCU3 schon.
Worauf Ihr achten solltet:
- Laut Vergleichsblatt sollten zwischen Gehäusekante und Fensterflügel etwa 3 mm liegen.
- Starkes Fremdlicht und Verschmutzungen können die optische Erkennung beeinträchtigen. Ein Fenster in praller Sonne oder ein Kontakt, der regelmäßig Staub abbekommt, ist daher ein Fall für die Magnetvariante.
- Beide optischen Rahmenkontakte sind laut Vergleichsblatt für 5 bis 35 °C ausgelegt, also für den Innenbereich.
Magnetkontakt: wenn Licht oder Abstand stören
Der Fenster- und Türkontakt mit Magnet (HmIP-SWDM-2) besteht aus zwei Teilen: Die Elektronikeinheit kommt auf den Rahmen, der Magnet auf den Flügel. Laut Vergleichsblatt sollten zwischen beiden etwa 5 mm liegen. Weil kein Licht gemessen wird, nennt das Vergleichsblatt für diese Bauform keine Einschränkung durch Fremdlicht oder Verschmutzung. Der Betriebstemperaturbereich reicht laut Hersteller von −10 bis +50 °C.
Der Nachteil ist die Montage: Zwei Teile müssen sauber zueinander ausgerichtet werden, und auf dem Flügel braucht der Magnet Platz. Bei Haus- und Kellertüren oder Garagentüren ist das meist kein Problem, bei schmalen Fensterflügeln lohnt vorher ein Blick mit dem Zollstock.
Eine Besonderheit nennt das ELV-Vergleichsblatt nur bei diesem Modell: Der SWDM-2 kann auch ohne Zentrale betrieben werden. Bis zu acht Heizkörperthermostate Basic lassen sich direkt an ihn anlernen. Für alle anderen Modelle ist dort „Stand-alone-Betrieb“ mit „Nein“ angegeben.
Laut Herstellerseite funktioniert der SWDM-2 mit Access Point, CCU3 und Partnerlösungen, nicht aber mit der CCU2.
Verdeckter Einbau: unsichtbar im Fensterfalz
Der Fenster- und Türkontakt – verdeckter Einbau (HmIP-SWDO-I) sitzt im Falz zwischen Rahmen und Flügel und ist bei geschlossenem Fenster nicht zu sehen. Das ist optisch die unauffälligste Lösung und erschwert Manipulationen, weil der Kontakt von außen nicht erreichbar ist.
Die Einschränkung ist deutlich: Laut eQ-3 ist der SWDO-I für Kunststofffenster und -türen gedacht und braucht mindestens 15 mm Platz zwischen Rahmeninnenseite und Flügel. Das Vergleichsblatt schlägt dafür einen einfachen Test vor: Legt einen Zuckerwürfel in den Rahmen und schließt das Fenster. Bleibt der Würfel heil, passt der Kontakt. Befestigt wird er mit dem mitgelieferten Klebestreifen.
Wie die anderen optischen Modelle kann auch der SWDO-I laut Vergleichsblatt durch Verschmutzung beeinträchtigt werden. Im Falz sammelt sich mit der Zeit Staub, deshalb solltet Ihr ihn beim Fensterputzen mit abwischen.
Fenstergriffsensor: der einzige, der „gekippt“ kennt
Der Fenstergriffsensor (HmIP-SRH) misst nicht am Rahmen, sondern an der Griffstellung. Dadurch kennt er drei Zustände: offen, gekippt und geschlossen. Das ist für Alarmfunktionen interessant, weil der Sensor erkennt, ob das Fenster tatsächlich verriegelt ist. Laut Bedienungsanleitung meldet sein eingebauter Sabotagekontakt eine Manipulation am Sensor über die App.
Die Montage ist etwas aufwendiger, kommt laut Anleitung aber ohne neue Bohrungen aus:
- Abdeckung des Fenstergriffs anheben und drehen, bis die Schrauben sichtbar sind.
- Griff waagerecht stellen, Schrauben lösen und Griff abnehmen.
- Am Exzenter des Sensors die Anschlagseite einstellen (L oder R, je nachdem, auf welcher Seite die Scharniere sitzen).
- Sensor unterlegen, Griff aufschieben und die Schrauben nur mit sanftem Druck festziehen, damit der Exzenter der Drehbewegung folgen kann.
Reichen die Originalschrauben nicht mehr, empfiehlt eQ-3 Schrauben, die 5 mm länger sind. Laut Vergleichsblatt passt der SRH auf Standard-Fenstergriffe mit 7-mm-Vierkantstift, Stütznocken mit 10 mm Durchmesser und 43 mm Lochabstand. Prüft vor dem Kauf, ob Euer Griff diese Maße hat.
Zu beachten ist auch: Der SRH erfasst nur den Griff. Wird ein Flügel ohne Griffbewegung aufgedrückt, etwa weil er nicht richtig eingerastet war, bemerkt der Sensor das nicht. Ein Rahmenkontakt würde es dagegen melden.
Welcher Kontakt für welchen Zweck?
Heizung absenken: Alle fünf Modelle können sich laut eQ-3 mit Homematic-IP-Heizkörperthermostaten verbinden, die beim Lüften die Temperatur absenken und danach wieder auf die Komfortwerte zurückgehen. Für diesen Zweck reicht der einfache optische Kontakt (SWDO-2) meist aus. Wie Ihr das mit der CCU3 umsetzt und ergänzt, steht in der Anleitung Fenster offen – Heizung aus. Weitere Ideen zum Energiesparen sammelt der Beitrag Heizkosten sparen mit Homematic IP.
Lüften nach Luftqualität: In Kombination mit einem CO2-Sensor kann die Zentrale erkennen, ob nach einer Lüftungsempfehlung tatsächlich gelüftet wurde. Das zeigt die Anleitung CO2-Ampel mit Homematic. Auch hier genügt ein Kontakt, der „offen“ und „geschlossen“ unterscheidet. Ähnlich arbeitet die Kellerlüftung nach Taupunkt.
Alarmanlage: Hier lohnt es sich, genauer hinzusehen.
- Für Fenster, die selten geöffnet werden, ist der SWDO-PL-2 wegen der langen Batterielaufzeit interessant.
- Wer wissen will, ob ein Fenster nicht nur zu, sondern auch verriegelt ist, braucht den SRH.
- Der SWDO-I ist von außen nicht zu sehen und deshalb schwerer zu manipulieren.
- An Türen mit viel Licht oder Verschmutzung ist der SWDM-2 die robustere Wahl. Er ist allerdings das einzige Modell ohne Sabotagekontakt.
Wie Ihr aus den Kontakten mit der CCU eine Alarmanlage baut, beschreibt die Anleitung Homematic Alarmanlage einrichten. Für die Meldung aufs Handy hilft Push-Nachrichten per Telegram oder Pushover.
Beim Verlassen des Hauses: Die „Alles aus“-Taste meldet beim Gehen alle offenen Fenster. Vor dem automatischen Abschließen der Haustür kann ein Türkontakt prüfen, ob die Tür wirklich zu ist.
Montagehinweise für alle Modelle
- Erst anlernen, dann montieren. Solange der Kontakt noch lose ist, kommt Ihr leicht an Systemtaste und Batteriefach.
- Gekippte Fenster: Rahmenkontakte unterscheiden nur „offen“ und „geschlossen“. Beim Kippen öffnet sich der Spalt vor allem oben. Ob ein gekipptes Fenster als offen gemeldet wird, hängt deshalb von der Montageposition ab. Probiert das nach dem Anbringen aus, bevor Ihr Programme darauf aufbaut.
- Abstände einhalten: etwa 3 mm zwischen optischem Kontakt und Flügel, etwa 5 mm zwischen Elektronik und Magnet beim SWDM-2 (laut ELV-Vergleichsblatt).
- Funkweg prüfen: Die Reichweiten im Vergleich gelten für das Freifeld. Wände und Decken verringern sie im Haus. Testet die Verbindung deshalb am geplanten Montageort, bevor Ihr klebt.
- Zentrale: Alle fünf Modelle lassen sich laut Vergleichsblatt lokal mit der CCU3 betreiben. Plus- und Magnetmodell (SWDO-PL-2 und SWDM-2) laufen laut Hersteller nicht mehr an der CCU2. Was die Ankündigung von eQ-3 zur CCU3 für Euch bedeutet, steht in Homematic 2026: CCU3, OpenCCU oder HCU.
Erwähnte Geräte
8 Produkte- Standardkontakt für Heizung, Lüften und Alarm, eine Batterie, weiße und braune KappeHomematic IP Fenster- und Türkontakt – optischHmIP-SWDO-2bei Amazon ansehen* (öffnet in neuem Tab)
- Farbvariante des optischen Kontakts für dunkle RahmenHomematic IP Fenster- und Türkontakt – optisch, anthrazitHmIP-SWDO-Abei Amazon ansehen* (öffnet in neuem Tab)
- Optischer Kontakt mit typisch 7 Jahren Batterielaufzeit, interessant für selten geöffnete Fenster (Alarm)Homematic IP Fenster- und Türkontakt – optisch, plusHmIP-SWDO-PL-2bei Amazon ansehen* (öffnet in neuem Tab)
- Magnetkontakt ohne optische Messung, für Türen und Fenster mit viel Licht oder SchmutzHomematic IP Fenster- und Türkontakt mit MagnetHmIP-SWDM-2bei Amazon ansehen* (öffnet in neuem Tab)
- Unsichtbar im Falz von Kunststofffenstern, mind. 15 mm Platz nötigHomematic IP Fenster- und Türkontakt – verdeckter EinbauHmIP-SWDO-Ibei Amazon ansehen* (öffnet in neuem Tab)
- Set-Variante des verdeckten Kontakts für mehrere FensterHomematic IP Fenster- und Türkontakt – verdeckter Einbau (3er-Set)HmIP-SWDO-Ibei Amazon ansehen* (öffnet in neuem Tab)
- Erkennt offen, gekippt und geschlossen über die Griffstellung, mit SabotagekontaktHomematic IP FenstergriffsensorHmIP-SRHbei Amazon ansehen* (öffnet in neuem Tab)
- Zentrale mit WebUI für die verlinkten Programme (alternativ OpenCCU)Homematic IP Smart Home Zentrale CCU3CCU3bei Amazon ansehen* (öffnet in neuem Tab)
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Häufige Fragen
Welcher Homematic IP Fensterkontakt erkennt gekippte Fenster?
Zuverlässig nur der Fenstergriffsensor HmIP-SRH, weil er die Griffstellung auswertet und offen, gekippt und geschlossen unterscheidet. Die Rahmenkontakte SWDO-2, SWDO-PL-2, SWDM-2 und SWDO-I melden nur offen oder geschlossen. Ob ein gekipptes Fenster bei ihnen als offen gilt, hängt von der Montageposition ab.
Optisch oder mit Magnet – was ist besser?
Der optische Kontakt besteht aus nur einem Teil und ist schneller montiert. Laut eQ-3 bzw. ELV können starkes Fremdlicht und Verschmutzung die optische Erkennung beeinträchtigen. Der Magnetkontakt HmIP-SWDM-2 misst kein Licht, braucht aber Platz für den Magneten auf dem Flügel und eine saubere Ausrichtung mit etwa 5 mm Abstand.
Passt der verdeckte Kontakt HmIP-SWDO-I in jedes Fenster?
Nein. Er ist für Kunststofffenster und -türen gedacht und braucht mindestens 15 mm Platz zwischen Rahmeninnenseite und Flügel. Zum Prüfen empfiehlt das ELV-Vergleichsblatt einen Zuckerwürfel: Bleibt er beim Schließen des Fensters heil, passt der Kontakt.
Funktionieren die Kontakte mit der CCU3?
Ja, laut ELV-Vergleichsblatt können alle fünf Modelle lokal mit der CCU3 betrieben werden. SWDO-PL-2 und SWDM-2 sind laut Hersteller nicht mehr mit der CCU2 kompatibel.
Wie lange halten die Batterien?
Laut Herstellerangaben typisch zwei Jahre beim SWDO-2 und SRH, vier Jahre beim SWDM-2 und SWDO-I sowie sieben Jahre beim SWDO-PL-2 (bis zu 15 Jahre, wenn das Fenster nur überwacht und praktisch nie geöffnet wird). Häufiges Öffnen verkürzt die Laufzeit.
Quellen und weiterführende Links (8)
- media.elv.com/file/160027_vergleichsblatt.pdf
- homematic-ip.com/de/produkt/fenster-und-tuerkontakt-optisch
- homematic-ip.com/de/produkt/fenster-und-tuerkontakt-optisch-plus
- homematic-ip.com/de/produkt/fenster-und-tuerkontakt-mit-magnet
- homematic-ip.com/de/produkt/fenster-und-tuerkontakt-verdeckter-einbau
- homematic-ip.com/de/produkt/fenstergriffsensor
- media.elv.com/file/142800_um.pdf
- eq-3.de/Downloads/eq3/downloads_produktkatalog/homematic_ip/pdb/HmIP-SWDO-I_151039A0_Produktdatenblatt_V1.0.pdf
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