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Heizkosten sparen mit Homematic IP: 5 Programme, die etwas bringen

Die Heizperiode läuft, und ein Smart Home spart nicht von allein Energie. Hier stelle ich Euch fünf Homematic-IP-Programme vor, die an den richtigen Stellen ansetzen: beim Lüften, beim Verlassen des Hauses und beim Blick auf den Verbrauch. Zu jedem Programm gibt es eine ausführliche Anleitung für CCU3, RaspberryMatic und OpenCCU.

Inhalt
  1. Worum es geht – und was man realistisch erwarten kann
  2. 1. Fenster offen – Heizung runter
  3. 2. CO2-Ampel: gezielt lüften statt dauerhaft kippen
  4. 3. Die „Alles aus“-Taste an der Haustür
  5. 4. Kellerlüftung nach Taupunkt
  6. 5. Verbrauch sichtbar machen mit dem HmIP-ESI
  7. Push-Nachrichten und ein Wort zur Zentrale
  8. Erwähnte Geräte
  9. Häufige Fragen

Worum es geht – und was man realistisch erwarten kann

Smarte Thermostate werden gern mit großen Sparversprechen verkauft. Seriöse Zahlen gibt es vor allem für das Grundprinzip: Laut Verbraucherzentrale Niedersachsen senkt ein Grad weniger Raumtemperatur den Verbrauch um etwa sechs Prozent. Wie viel davon bei Euch ankommt, hängt von Gebäude, Heizung und Gewohnheiten ab – eine pauschale Zahl für „Homematic spart X Prozent“ gibt es nicht.

Die Technik hilft vor allem dabei, gute Gewohnheiten einzuhalten, ohne ständig daran denken zu müssen: nicht gegen ein offenes Fenster anheizen, kurz und kräftig lüften statt dauerhaft kippen, beim Gehen absenken und den Verbrauch überhaupt sehen. Genau dort setzen die folgenden fünf Programme an.

Alle Anleitungen sind Programmvorlagen. Gerätenamen, Schwellwerte und Zeiten passt Ihr an Eure Räume an und testet das Ganze erst einmal ein paar Tage, bevor Ihr Euch darauf verlasst.

1. Fenster offen – Heizung runter

Der Klassiker und der wichtigste Baustein. Solange ein Heizkörperthermostat nichts vom offenen Fenster weiß, heizt es gegen die kalte Luft an. Ein Fensterkontakt wie der HmIP-SWDO-2 meldet den Zustand sofort, und das Thermostat regelt auf die eingestellte Fenster-auf-Temperatur herunter. Diese Verknüpfung läuft direkt zwischen den Geräten; einmal eingerichtet, arbeitet sie auch ohne laufende Zentrale.

Dazu kommt ein kleines Programm auf der Zentrale: Steht das Fenster während der Heizperiode länger als 15 Minuten offen, gibt es eine Erinnerung per Push oder Signalton. Ein häufiger Stolperstein: Die WebUI zeigt „offen“, aber unter „Direkte Verknüpfungen“ fehlt die Verbindung zum Thermostat – dann senkt es nicht ab. Wie Ihr das prüft, steht in der Anleitung Fenster offen – Heizung aus.

2. CO2-Ampel: gezielt lüften statt dauerhaft kippen

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen rät, mehrfach täglich stoßzulüften statt das Fenster dauerhaft zu kippen. Die Frage ist nur: Wann ist es nötig? Der CO2-Sensor HmIP-SCTH230 misst CO2, Temperatur und Luftfeuchte. In der Anleitung erinnert ein Programm ab 1200 ppm ans Lüften – aber nur, wenn das Fenster geschlossen ist. Fällt der Wert bei offenem Fenster unter 600 ppm, kommt der Hinweis zum Schließen.

So bleibt das Fenster nicht länger offen als nötig, und zusammen mit Programm 1 heizt das Thermostat währenddessen nicht gegen die Kälte an. Wichtig: Der HmIP-SCTH230 ist ein 230-V-Unterputzgerät, Einbau und Anschluss gehören in die Hände einer Elektrofachkraft. Alles Weitere in der Anleitung CO2-Ampel mit Homematic IP.

3. Die „Alles aus“-Taste an der Haustür

Beim Verlassen des Hauses bleibt gern mal ein Raum auf Komforttemperatur. Ein batteriebetriebener Wandtaster HmIP-WRC6 neben der Haustür startet ein WebUI-Programm, das die Heizung absenkt, Licht und ausgewählte Schaltsteckdosen ausschaltet und eine Systemvariable auf „Abwesend“ setzt. Ein kurzes Skript prüft zusätzlich alle Fensterkontakte und meldet offene Fenster per Push – praktisch, bevor man für ein paar Stunden weg ist. Eine zweite Taste stellt beim Heimkommen alles zurück.

Bei längerer Abwesenheit lässt sich ein eigenes Programm mit niedrigerer Temperatur anlegen. Die Verbraucherzentrale Hamburg empfiehlt allerdings, auch dann möglichst nicht unter 16 Grad abzusenken. Kühlschrank, Router, NAS und die Zentrale selbst gehören nie in die Abschaltgruppe. Die Anleitung: „Alles aus“-Taste mit Homematic IP.

4. Kellerlüftung nach Taupunkt

Dieses Programm spart nicht direkt Heizenergie, verhindert aber falsches Lüften. Ein Keller wird nur trockener, wenn die Außenluft weniger Wasser enthält als die Kellerluft – entscheidend ist die absolute Feuchte, nicht die relative. Ein HomeMatic-Skript berechnet sie aus den Werten eines Außensensors (HmIP-STHO) und eines Innensensors (HmIP-STH) und schaltet den Lüfter über eine Schalt-Mess-Steckdose HmIP-PSM-2 nur dann ein, wenn es sich lohnt.

Für die Heizperiode wichtig: Im Winter ist die Außenluft meist trocken, aber kalt. Eine Mindesttemperatur im Skript verhindert, dass der Keller dabei zu stark auskühlt. Bei feuchten Wänden oder Schimmel ersetzt die Automatik keine Bauberatung. Details in der Anleitung Kellerlüftung nach Taupunkt.

5. Verbrauch sichtbar machen mit dem HmIP-ESI

Was man nicht misst, kann man schlecht beurteilen. Die Homematic IP Schnittstelle HmIP-ESI gibt es für moderne Stromzähler mit optischer Schnittstelle (HmIP-ESI-IEC), für Zähler mit Impuls-LED und für Gaszähler (HmIP-ESI-GAS). Die Werte kommen typischerweise alle sechs Minuten an der Zentrale an. Wer mit Gas heizt, sieht so im Diagramm, wie sich eine niedrigere Temperatur oder eine Woche mit konsequenter Fenster-auf-Absenkung tatsächlich auswirkt – statt sich auf Faustregeln zu verlassen.

Auf der Stromseite eignet sich dasselbe Prinzip für eine Warnung bei hoher nächtlicher Grundlast. Welche Variante zu Eurem Zähler passt, steht in der Anleitung Stromzähler mit Homematic IP auslesen.

Push-Nachrichten und ein Wort zur Zentrale

Mehrere Programme melden sich per Push. Wie die Zentrale Nachrichten über Telegram oder Pushover verschickt, beschreibt die Anleitung Homematic Push-Nachrichten; dafür braucht Ihr den CUx-Daemon.

Alle Programme laufen auf CCU3, RaspberryMatic und OpenCCU. eQ-3 hat angekündigt, neue Homematic-IP-Geräte nur noch bis Ende 2026 in die CCU3 zu integrieren und die Weiterentwicklung schrittweise an die Community (OpenCCU) zu übergeben. Als eigene Alternative bietet eQ-3 die Home Control Unit (HCU) an; die hier beschriebenen WebUI-Programme und Skripte lassen sich dort nicht eins zu eins übernehmen. Bei sehr neuen Geräten wie dem Heizkörperthermostat HmIP-eTRV-3 prüft Ihr deshalb vor dem Kauf, ob Eure CCU3- bzw. OpenCCU-Version sie unterstützt.

Wenn Ihr beim Einrichten hängen bleibt, helfe ich Euch gern per Homematic Support weiter.

Erwähnte Geräte

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Häufige Fragen

Wie viel Heizkosten spart Homematic IP?

Eine seriöse Pauschalzahl gibt es nicht. Als Faustregel nennt die Verbraucherzentrale Niedersachsen etwa sechs Prozent weniger Verbrauch pro Grad niedrigerer Raumtemperatur. Wie viel die Programme bei Euch bringen, hängt von Gebäude, Heizung und Gewohnheiten ab – mit einer Zählerschnittstelle wie dem HmIP-ESI-GAS lässt es sich selbst beobachten.

Erkennt das Thermostat ein offenes Fenster nicht auch ohne Kontakt?

Homematic-IP-Thermostate erkennen ein offenes Fenster auch selbst an einem Temperatursturz. Das reagiert aber verzögert und nicht in jeder Einbausituation zuverlässig; ein Fensterkontakt meldet den Zustand sofort.

Wie weit sollte ich bei Abwesenheit absenken?

Die Verbraucherzentrale Hamburg empfiehlt, nachts und im Urlaub abzusenken, aber möglichst nicht unter 16 Grad, damit Räume nicht auskühlen und kein Schimmel entsteht.

Laufen die Programme auch ohne CCU3?

Ja, die Anleitungen sind für CCU3, RaspberryMatic und OpenCCU geschrieben. Auf der Home Control Unit (HCU) laufen sie nicht unverändert. Bei sehr neuen Geräten vorher prüfen, ob die eigene Version der Zentrale sie unterstützt.

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Quellen und weiterführende Links (9)

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