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Stromzähler mit Homematic IP auslesen: HmIP-ESI an der CCU3

Kurz erklärt: Die Homematic IP Schnittstelle HmIP-ESI liest Stromzähler aus und sendet Leistung und Zählerstände typischerweise alle sechs Minuten an die Zentrale. Es gibt sie für moderne Messeinrichtungen mit optischer Schnittstelle (IEC), für Zähler mit Impuls-LED und für Gaszähler. An CCU3, RaspberryMatic oder OpenCCU lassen sich damit Diagramme erstellen und Programme starten, etwa eine Warnung bei hoher nächtlicher Grundlast.Stand: November 2026

Auf einen Blick

HmIP-ESI-IEC
Ziel
Den Stromzähler mit dem HmIP-ESI auslesen, Verbrauch und Einspeisung in der WebUI sichtbar machen und bei ungewöhnlich hoher Grundlast eine Meldung erzeugen.
Benötigt
Homematic-Zentrale, Schnittstelle HmIP-ESI-IEC (moderne Messeinrichtung) oder HmIP-ESI-LED (Zähler mit Impuls-LED), ggf. PIN vom Messstellenbetreiber, optional Schalt-Mess-Steckdose · Komponenten ansehen
Aufwand
ca. 1 Stunde (plus Wartezeit auf die PIN)
Niveau
Niveau 2 von 3: Fortgeschritten
Läuft mit
CCU3RaspberryMaticOpenCCU

Programmvorlage Diese Anleitung ist eine Programmvorlage. Programme zuerst mit unkritischen Geräten testen, Seriennummern, Kanäle und Schwellenwerte an die eigene Installation anpassen und das Verhalten einige Tage beobachten, bevor man sich darauf verlässt.

Wichtig Der Lesekopf wird nur von außen auf den Zähler gesetzt oder geklebt. Den Zählerschrank darüber hinaus nicht öffnen: Arbeiten an der 230-V-Installation und hinter plombierten Abdeckungen sind Sache einer Elektrofachkraft bzw. des Messstellenbetreibers.

Aktueller Stand eQ-3 integriert neue Homematic-IP-Geräte nach eigener Mitteilung noch bis Ende 2026 in die CCU3; danach geht die Weiterentwicklung als OpenCCU an die Community über. Vor dem Kauf neuer Geräte lohnt ein Blick, ob die eigene CCU3-, RaspberryMatic- oder OpenCCU-Version sie unterstützt. Im Homematic-Forum wird bei Problemen mit der Sensorerkennung geraten, einen aktuellen Firmwarestand der Zentrale zu verwenden.

Inhalt dieser Anleitung
  1. Welcher HmIP-ESI passt zum Zähler?
  2. Zähler vorbereiten und Schnittstelle anlernen
  3. Verbrauch und Einspeisung sichtbar machen
  4. Programm: Warnung bei hoher Grundlast
  5. Erweiterung: Überschuss aus der PV-Anlage nutzen
  6. Benötigte Komponenten
  7. Tipps aus der Praxis
  8. Häufige Fragen
  9. Passende Anleitungen

01Welcher HmIP-ESI passt zum Zähler?

Die Schnittstelle besteht aus einer Auswerteeinheit, die mit zwei AA-Batterien arbeitet, und einem Lesekopf, der zum Zähler passen muss. Die passende Variante hängt vom Zählertyp ab:

Variante Für Hinweis
HmIP-ESI-IEC moderne Messeinrichtungen (mME) mit optischer Info-Schnittstelle nach IEC 62056-21 unterstützt die Protokolle D0 (Modus A bis D) und SML, nicht aber Idis CII (Österreich)
HmIP-ESI-LED digitale Zähler mit blinkender Impuls-LED, laut Hersteller vor allem Zwischenzähler Impulse pro kWh stehen auf dem Zähler
HmIP-ESI-GAS Gaszähler für Strom nicht geeignet

Der HmIP-ESI-IEC überträgt laut Bedienungsanleitung die Momentanleistung sowie die Zählerstände Bezug HT, Bezug NT und Lieferung. Damit eignet er sich für Bezugs-, Liefer- und Zweirichtungszähler mit einem oder zwei Tarifen. Liefert der Zähler selbst keine Leistung, errechnet die Schnittstelle sie aus der Änderung der Zählerstände; bei sehr grob aufgelösten Zählerständen entfällt diese Berechnung.

Das typische Sendeintervall liegt laut technischen Daten bei sechs Minuten. Für Statistik und Warnungen reicht das gut, für eine sekundengenaue Regelung wie eine Nulleinspeisung nicht.

02Zähler vorbereiten und Schnittstelle anlernen

Bei vielen modernen Messeinrichtungen liefert die optische Schnittstelle zunächst nur einen reduzierten Datensatz ohne Momentanleistung. Den erweiterten Datensatz schaltet man im Zählermenü frei; dazu ist meist eine PIN des Messstellenbetreibers nötig, die laut Anleitung kostenfrei beim Messstellenbetreiber angefordert werden kann. Die PIN gut aufbewahren: Manche Zähler fallen nach einem Stromausfall in den reduzierten Datensatz zurück.

Anschließend:

  1. Lesekopf mittig auf die optische Schnittstelle (HmIP-ESI-IEC, hält per Magnet, Kabel nach unten) bzw. über die Impuls-LED (HmIP-ESI-LED, Klebefläche) setzen und den Stecker an der Auswerteeinheit einrasten lassen.
  2. In der WebUI Geräte anlernen → HmIP Gerät anlernen starten und die Systemtaste der Schnittstelle drücken.
  3. Das Gerät im Posteingang benennen, etwa „Stromzähler“, und einem Raum zuordnen.

Bleibt die Leistung nach dem Anlernen „unbekannt“, lohnt ein Blick auf die Sensorerkennung der Schnittstelle sowie auf Sitz und Ausrichtung des Lesekopfs. Beim HmIP-ESI-GAS sieht die Anleitung vor, den aktuellen Zählerstand als Offset zu erfassen, damit ein Gesamtzählerstand angezeigt werden kann; ob und wo diese Einstellung an der eigenen Zentrale angeboten wird, zeigen die Geräteeinstellungen.

03Verbrauch und Einspeisung sichtbar machen

Nach dem Anlernen erscheinen Leistung und Zählerstände in der Geräteansicht unter Status und Bedienung → Geräte. Sofern die Firmware der Zentrale eine Diagrammfunktion bietet, lassen sich damit Verläufe für Tage und Wochen darstellen, beim Zweirichtungszähler auch die Lieferung.

Welche Werte genau angeboten werden und wie sie in den Auswahllisten heißen, hängt vom Zähler und vom Firmwarestand ab. Vor dem Erstellen der Programme lohnt deshalb ein Blick in die Geräteansicht: Wird die Momentanleistung angezeigt? Wird bei Einspeisung ein eigener Zählerstand für die Lieferung hochgezählt, und erscheint die Leistung dabei negativ oder bleibt sie bei null? Davon hängt ab, wie man die Programme formuliert.

Ein einfacher Plausibilitätstest: Den Zählerstand in der WebUI mit der Anzeige am Zähler vergleichen und nach einigen Stunden erneut ablesen. Stimmen beide Differenzen überein, sitzt der Lesekopf richtig, und die Einstellungen passen.

04Programm: Warnung bei hoher Grundlast

Die Grundlast ist der Stromverbrauch, wenn eigentlich nichts läuft – Router, Kühlschrank, Standby-Geräte. Zwischen 2 und 4 Uhr nachts lässt sie sich gut beobachten. Liegt sie dauerhaft höher als gewohnt, läuft oft ein Gerät, das eigentlich aus sein sollte.

Zunächst unter Einstellungen → Systemvariable eine Variable Grundlast_hoch vom Typ Logikwert anlegen. Dann unter Programme und Verknüpfungen → Programme & Zentralenverknüpfung das Programm erstellen:

Programme & ZentralenverknüpfungStrom – Warnung bei hoher Grundlast
Bedingung: Wenn …
  1. HmIP-ESI, Kanal Energiemessung: Leistung im Wertebereich größer als 300 W – bei Aktualisierung auslösen
  2. UNDZeitsteuerung: täglich von 02:00 bis 04:00 Uhr – nur prüfen
  3. UNDSystemvariable „Grundlast_hoch“ ist „falsch“ – nur prüfen
Aktivität: Dann …
  1. Systemvariable „Grundlast_hoch“: sofort „wahr“
Bei jedem neuen Messwert prüft die Zentrale, ob die Leistung im Nachtfenster über der Schwelle liegt. Ist das der Fall, wird die Systemvariable einmalig gesetzt; die dritte Bedingung verhindert, dass in derselben Nacht weitere Meldungen folgen. Die Bezeichnung des Kanals und des Werts in der Auswahlliste kann je nach Zähler und Firmware abweichen.

Die Schwelle von 300 W ist nur ein Startwert. Besser ist es, die eigene nächtliche Leistung einige Tage im Diagramm zu betrachten und die Schwelle etwas darüber zu setzen. Ein zweites Programm setzt Grundlast_hoch täglich zur Mittagszeit wieder auf „falsch“, damit die Warnung in der nächsten Nacht erneut ausgelöst werden kann.

Die eigentliche Benachrichtigung – etwa per Telegram, Pushover oder E-Mail – reagiert auf die Systemvariable. So bleibt das Programm unabhängig vom gewählten Push-Dienst.

05Erweiterung: Überschuss aus der PV-Anlage nutzen

Bei einem Zweirichtungszähler lässt sich Überschussstrom für einfache Verbraucher nutzen, etwa einen Akku-Lader oder Entfeuchter an einer Schalt-Mess-Steckdose HmIP-PSM-2. Ein mögliches Programm: WENN die gemessene Leistung eine Einspeisung von mehr als 800 W anzeigt (bei Zählern mit vorzeichenbehafteter Leistung etwa „kleiner als −800 W“), DANN Steckdose sofort „Ein“; SONST Steckdose sofort „Aus“. Eine zusätzliche Verzögerung um einige Minuten ist hier wenig hilfreich: Löst das Programm bei jedem neuen Messwert erneut aus, kann eine laufende Verzögerung neu beginnen.

Wegen des Sendeintervalls von mehreren Minuten sollte man nur Geräte schalten, die längere Laufzeiten vertragen, und häufiges Ein- und Ausschalten durch großzügige Schwellen vermeiden. Zeigt der eigene Zähler die Einspeisung nicht als Leistung an, ist dieses Programm so nicht umsetzbar; dann bleibt die Auswertung über die Zählerstände im Diagramm.

Benötigte Komponenten

5 Produkte

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06Tipps aus der Praxis

  • Vor dem Kauf auf den Zähler schauen: Optische Info-Schnittstelle mit „mME“-Kennzeichnung spricht für den HmIP-ESI-IEC, eine blinkende LED mit Angabe „Imp/kWh“ für den HmIP-ESI-LED.
  • Bleibt die Leistung leer, zuerst prüfen, ob der erweiterte Datensatz am Zähler freigeschaltet ist; nach einem Stromausfall kann er wieder deaktiviert sein.
  • Lesekopf mittig ausrichten und das Kabel nach unten führen. Mit einer Smartphone-Kamera lässt sich die Infrarot-LED des Zählers oft sichtbar machen.
  • Österreichische Zähler mit Idis CII werden vom HmIP-ESI-IEC laut Hersteller nicht unterstützt.
  • Programme mit „bei Aktualisierung auslösen“ laufen bei jedem Messwert. Eine zusätzliche Systemvariable als Sperre verhindert Mehrfachmeldungen.

07Häufige Fragen

Funktioniert der HmIP-ESI an der CCU3?

Ja. Laut Hersteller kann die Schnittstelle am Homematic IP Access Point oder an der Zentrale CCU3 betrieben werden. RaspberryMatic und OpenCCU nutzen die gleiche Gerätebasis; im Homematic-Forum wird bei Problemen mit der Sensorerkennung ein aktueller Firmwarestand empfohlen.

Brauche ich eine PIN vom Netzbetreiber?

Für die Momentanleistung meist ja. Viele moderne Messeinrichtungen geben ohne PIN nur einen reduzierten Datensatz aus. Die PIN erhält man kostenlos beim Messstellenbetreiber, oft ist das der örtliche Netzbetreiber.

Wie oft aktualisiert der HmIP-ESI die Werte?

Das typische Sendeintervall liegt laut technischen Daten bei sechs Minuten. Für Statistik, Diagramme und Warnungen genügt das; für eine schnelle Regelung, etwa eine Nulleinspeisung, ist es zu langsam.

Kann der HmIP-ESI die Einspeisung einer PV-Anlage erfassen?

Beim HmIP-ESI-IEC wird bei Zweirichtungszählern auch der Zählerstand Lieferung übertragen. Der HmIP-ESI-LED eignet sich laut Hersteller vor allem für Zwischenzähler, etwa für die Einspeisung einer PV-Anlage oder den Verbrauch einer Wärmepumpe.

08Passende Anleitungen

Quellen und weiterführende Links (9)

Kommentare

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