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Waschmaschine fertig? Programmende mit Homematic-IP-Messsteckdose

Kurz erklärt: Die Homematic IP Schalt-Mess-Steckdose HmIP-PSM-2 misst die Leistung von Waschmaschine, Trockner oder Spülmaschine. Ein kurzes HomeMatic-Skript auf der CCU3, RaspberryMatic oder OpenCCU wertet aus, wann die Leistung mehrere Minuten unter einer Schwelle bleibt, und setzt dann eine Systemvariable für Push-Nachricht oder Gong.Stand: November 2026

Auf einen Blick

HmIP-PSM-2
Ziel
Das Ende eines Wasch-, Trocken- oder Spülprogramms zuverlässig erkennen und melden.
Benötigt
Homematic-Zentrale (CCU3, RaspberryMatic oder OpenCCU), Schalt-Mess-Steckdose HmIP-PSM-2, optional Kombisignalgeber HmIP-MP3P · Komponenten ansehen
Aufwand
ca. 1–2 Stunden inklusive Beobachten eines Waschgangs
Niveau
Niveau 2 von 3: Fortgeschritten
Läuft mit
CCU3RaspberryMaticOpenCCU

Programmvorlage Diese Anleitung ist eine Programmvorlage. Programme zuerst mit unkritischen Geräten testen, Gerätenamen, Schwellwerte und Zeiten an die eigene Installation anpassen und die Funktion nach jedem Firmware-Update der Zentrale kurz prüfen.

Wichtig Die HmIP-PSM-2 ist laut Hersteller für maximal 13 A und Lasten bis 3 kW ausgelegt. Vor dem Einstecken die Anschlussleistung auf dem Typenschild der Maschine prüfen, besonders bei Trocknern und Waschtrocknern. Keine Mehrfachsteckdosen hinter die Messsteckdose hängen.

Inhalt dieser Anleitung
  1. Ziel und Idee
  2. Messsteckdose anlernen und Leistungsprofil ansehen
  3. Systemvariablen und Skript
  4. Programme erstellen
  5. Testen und Feinabstimmung
  6. Benötigte Komponenten
  7. Tipps aus der Praxis
  8. Häufige Fragen
  9. Passende Anleitungen

01Ziel und Idee

Eine Waschmaschine zieht während des Programms deutlich mehr Strom als im Ruhezustand. Am Ende fällt die Leistung auf wenige Watt oder darunter. Diesen Abfall misst die Schalt-Mess-Steckdose HmIP-PSM-2, die zwischen Steckdose und Maschine gesteckt wird.

Die Schwierigkeit: Auch während des Programms gibt es Pausen, etwa beim Einweichen, beim Wechsel zwischen Waschen und Spülen oder wenn die Trommel nur langsam dreht. Wer beim ersten Unterschreiten einer Schwelle meldet, bekommt Fehlalarme. Die Lösung arbeitet deshalb mit zwei Schwellen und einer Ruhezeit:

  • Liegt die Leistung über 10 W, gilt die Maschine als laufend.
  • Bleibt sie danach mindestens 5 Minuten unter 3 W, gilt das Programm als beendet.

Die Werte sind Startwerte. Jede Maschine hat ein eigenes Leistungsprofil. Hinzu kommt, dass die PSM-2 Leistungsänderungen laut Erfahrungsberichten eher träge meldet. Mit einer Ruhezeit statt einer Sofortauslösung ist das unkritisch.

Die Meldung selbst kann auf verschiedenen Wegen ankommen: als Push-Nachricht aufs Handy, als Hinweiston über einen Homematic-IP-Kombisignalgeber oder als Ansage bzw. Gong über einen vorhandenen Lautsprecher. Weil das Skript nur eine Systemvariable setzt, lassen sich diese Wege später beliebig kombinieren, ohne an der Erkennung etwas zu ändern.

02Messsteckdose anlernen und Leistungsprofil ansehen

Die HmIP-PSM-2 in der WebUI anlernen und im Posteingang benennen. Den Kanal mit den Messwerten (Leistung, Strom, Spannung, Energie) nennt man z. B. „Waschmaschine Messung“; genau dieser Name wird später im Skript verwendet. Nicht den Schaltkanal umbenennen und verwenden, denn nur der Messkanal liefert den Datenpunkt für die Leistung.

Vor dem Festlegen der Schwellwerte lohnt es sich, einen kompletten Waschgang zu beobachten. Unter Status und Bedienung → Geräte zeigt der Messkanal die aktuelle Leistung. Interessant sind drei Werte:

Phase Worauf achten
Ruhezustand nach Programmende Leistung bei geöffneter bzw. geschlossener Tür, oft unter 1–2 W
Pausen im Programm niedrigste Werte während Einweichen oder Spülpausen
Länge der Pausen wie lange die Leistung in diesen Pausen niedrig bleibt

Die Ausschaltschwelle sollte knapp über dem Ruhewert liegen, die Ruhezeit länger als die längste Pause im Programm. Bei Spülmaschinen mit langer Trocknungsphase ohne Heizung kann das deutlich mehr als 5 Minuten sein.

03Systemvariablen und Skript

Unter Einstellungen → Systemvariable drei Variablen anlegen:

Name Typ Zweck
Waschmaschine läuft Logikwert Status während des Programms
Waschmaschine fertig Logikwert wird am Programmende „ja“ und löst die Meldung aus
Waschmaschine ruhig seit Zeichenkette interner Zeitstempel für das Skript

Mit reinen WebUI-Programmen und „Verzögerung um“ lässt sich die Ruhezeit nur umständlich abbilden, weil eine bereits gestartete Verzögerung nicht einfach von einem anderen Programm abgebrochen wird, wenn die Maschine nach einer Pause wieder anläuft. Ein kurzes HomeMatic-Skript ist hier übersichtlicher:

HM-SkriptWaschmaschine fertig? (HomeMatic-Skript)
! Waschmaschine fertig? Programmende anhand der Leistung erkennen
! Wird bei jeder Aktualisierung der Leistung und zusätzlich zeitgesteuert aufgerufen.
! Namen und Schwellwerte an die eigene Installation anpassen.

var kanalName = "Waschmaschine Messung";
var schwelleAn = 10.0;
var schwelleAus = 3.0;
var ruheZeit = 300;

! Objekte holen: Messkanal der HmIP-PSM-2 und drei Systemvariablen
var kanal = dom.GetObject(kanalName);
var svLaeuft = dom.GetObject("Waschmaschine läuft");
var svRuhig = dom.GetObject("Waschmaschine ruhig seit");
var svFertig = dom.GetObject("Waschmaschine fertig");

var leistung = 0.0;
var jetzt = 0;
var seit = 0;

var dpLeistung = null;
if (kanal) {
  ! Datenpunkt POWER gibt es nur im Messkanal der PSM-2
  dpLeistung = kanal.DPByHssDP("POWER");
}

if (dpLeistung && svLaeuft && svRuhig && svFertig) {
  leistung = dpLeistung.Value();
  ! aktuelle Zeit in Sekunden
  jetzt = system.Date("%Y-%m-%d %H:%M:%S").ToTime().ToInteger();

  if (leistung > schwelleAn) {
    ! Maschine arbeitet: Status setzen, Ruhe-Zeitstempel löschen
    if (svLaeuft.Value() == false) {
      svLaeuft.State(true);
      svFertig.State(false);
    }
    svRuhig.State("");
  } else {
    if (svLaeuft.Value()) {
      if (leistung < schwelleAus) {
        seit = svRuhig.Value().ToInteger();
        if (seit == 0) {
          ! Beginn der Ruhephase merken
          svRuhig.State(jetzt.ToString());
        } else {
          if ((jetzt - seit) >= ruheZeit) {
            ! lange genug ruhig: Programm ist beendet
            svLaeuft.State(false);
            svRuhig.State("");
            svFertig.State(true);
          }
        }
      } else {
        ! Leistung zwischen den Schwellen: Maschine läuft noch
        svRuhig.State("");
      }
    }
  }
}

Über 10 W setzt das Skript „Waschmaschine läuft“ auf „ja“ und löscht den Ruhe-Zeitstempel. Fällt die Leistung unter 3 W, merkt es sich den Zeitpunkt. Bleibt sie 300 Sekunden (5 Minuten) darunter, setzt es „läuft“ auf „nein“ und „fertig“ auf „ja“. Steigt die Leistung zwischendurch wieder an, beginnt die Ruhezeit von vorn. Kanalname, Schwellwerte und Ruhezeit stehen oben im Skript und lassen sich dort anpassen. Ob das Skript fehlerfrei läuft, lässt sich vorab unter Programme und Verknüpfungen mit der Funktion zum Testen von Skripten prüfen.

Das Skript liest die Leistung über den Kanalnamen, damit keine Seriennummern im Code stehen. Der Zeitstempel (Sekunden seit 1970) wird als Zeichenkette gespeichert, weil eine Systemvariable vom Typ Zahl mit Minimal- und Maximalwert angelegt wird und so große Werte dort unpraktisch sind.

04Programme erstellen

Das Skript braucht einen Auslöser. Unter Programme und Verknüpfungen → Programme & Zentralenverknüpfung ein Programm anlegen, das bei jeder neuen Leistungsmeldung und zusätzlich regelmäßig per Zeitsteuerung läuft. Die Zeitsteuerung ist nötig, weil die Steckdose bei konstant niedriger Leistung unter Umständen lange keinen neuen Wert sendet.

Programme & ZentralenverknüpfungWaschmaschine auswerten
Bedingung: Wenn …
  1. Geräteauswahl: Messkanal „Waschmaschine Messung“ – Leistung größer als oder gleich 0 W (also jeder Wert) – bei Aktualisierung auslösen
  2. ODERZeitsteuerung: täglich ganztägig, regelmäßige Wiederholung (z. B. alle 2–5 Minuten)
Aktivität: Dann …
  1. Skript „Waschmaschine fertig?“ (siehe unten) – sofort ausführen
Das Programm startet das Skript bei jeder neuen Leistungsmeldung der HmIP-PSM-2 und zusätzlich in festen Abständen. Das Skript entscheidet, ob die Maschine läuft oder fertig ist, und setzt die Systemvariablen. Die eigentliche Benachrichtigung übernimmt ein zweites Programm, das auf „Waschmaschine fertig“ reagiert.

Ein zweites Programm übernimmt die Meldung:

  • Wenn Systemvariable „Waschmaschine fertig“ ist „ja“, bei Änderung auslösen
  • Dann Push-Nachricht senden (z. B. per CUxD-Skript an einen Push-Dienst), am Kombisignalgeber HmIP-MP3P einen Hinweiston abspielen oder einen vorhandenen Lautsprecher als Gong nutzen.

„Waschmaschine fertig“ wird beim nächsten Programmstart vom Skript automatisch auf „nein“ zurückgesetzt.

05Testen und Feinabstimmung

  1. Ein kurzes Programm starten und unter Status und Bedienung → Systemvariable beobachten, ob „Waschmaschine läuft“ auf „ja“ springt.
  2. Während des Programms darf „Waschmaschine fertig“ nicht auf „ja“ gehen. Passiert das, ist die Ruhezeit zu kurz oder die Ausschaltschwelle zu hoch.
  3. Nach Programmende sollte die Meldung nach Ablauf der Ruhezeit plus höchstens einem Zeitsteuerungsintervall kommen.

Für einen Trockner oder eine Spülmaschine kopiert man Skript, Programme und Variablen und passt Namen und Werte an. Jede Maschine braucht eine eigene Messsteckdose.

Typische Fehlerbilder und ihre Ursachen:

Beobachtung Mögliche Ursache Abhilfe
„läuft“ wird nie „ja“ Kanalname im Skript stimmt nicht oder Startschwelle zu hoch Namen exakt aus der WebUI übernehmen, Schwelle prüfen
Fertig-Meldung mitten im Programm Pause länger als die Ruhezeit Ruhezeit verlängern, z. B. auf 600 Sekunden
Fertig-Meldung kommt gar nicht Standby-Leistung liegt über der Ausschaltschwelle Ausschaltschwelle knapp über den Standby-Wert setzen
Meldung kommt sehr spät Zeitsteuerung ruft das Skript zu selten auf Intervall der Zeitsteuerung verkürzen

Ob das Skript Fehler meldet, zeigt die Funktion zum Testen von Skripten in der WebUI. Fehlt eine der Systemvariablen oder ist ein Name falsch geschrieben, tut das Skript bewusst nichts, statt Fehler zu erzeugen.

Benötigte Komponenten

3 Produkte

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06Tipps aus der Praxis

  • Erst einen vollständigen Waschgang beobachten und die niedrigsten Werte in Pausen notieren, bevor man die Schwellen festlegt.
  • Die Ruhezeit lieber zu lang als zu kurz wählen: Eine Meldung zwei Minuten später stört weniger als eine Fehlmeldung mitten im Programm.
  • Bei Maschinen mit Display und Standby-Verbrauch die Ausschaltschwelle knapp über den Standby-Wert legen.
  • Trockner und Waschtrockner vor dem Einstecken mit den Gerätedaten der HmIP-PSM-2 abgleichen (max. 13 A / 3 kW).
  • Die Schaltfunktion der Steckdose im Programm nicht verwenden, damit die Maschine nicht versehentlich mitten im Programm abgeschaltet wird.

07Häufige Fragen

Warum meldet die Steckdose das Ende nicht sofort?

Die Meldung kommt absichtlich erst nach einer Ruhezeit, weil Waschmaschinen auch während des Programms Pausen mit sehr niedriger Leistung haben. Außerdem meldet die HmIP-PSM-2 Leistungsänderungen laut Erfahrungsberichten nicht in jedem Augenblick, sondern mit etwas Verzögerung.

Welche Schwellwerte sind richtig?

Das hängt von der Maschine ab. 10 W zum Erkennen des Starts und 3 W für das Ende sind Startwerte. Den Ruhewert und die Pausen im Programm liest man am besten einmal während eines Waschgangs in der WebUI ab.

Funktioniert das auch mit Trockner und Spülmaschine?

Ja, das Prinzip ist dasselbe. Spülmaschinen haben oft lange Trocknungsphasen mit geringer Leistung; dort muss die Ruhezeit entsprechend länger sein. Jede Maschine braucht eine eigene Messsteckdose und eigene Systemvariablen.

Geht es auch ohne Skript?

Eine einfache Variante mit „Verzögerung um“ ist möglich, reagiert aber schlecht auf Pausen im Programm, weil eine laufende Verzögerung nicht ohne Weiteres abgebrochen wird. Das Skript ist hier zuverlässiger und bleibt mit wenigen Zeilen überschaubar.

08Passende Anleitungen

Quellen und weiterführende Links (10)

Kommentare

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