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Post ist da: Briefkastenmelder mit Homematic IP selbst bauen

Kurz erklärt: Ein Reedkontakt an der Einwurfklappe des Briefkastens wird an die Homematic IP Kontakt-Schnittstelle HmIP-SCI angeschlossen. Öffnet sich die Klappe, setzt ein Programm an CCU3, RaspberryMatic oder OpenCCU die Systemvariable „Post“ und schickt eine Benachrichtigung. Ein zweiter Kontakt an der Entnahmetür setzt die Meldung beim Leeren zurück.Stand: November 2026

Auf einen Blick

HmIP-SCI
Ziel
Beim Einwurf von Post eine Benachrichtigung erhalten und die Meldung beim Leeren des Briefkastens automatisch zurücksetzen.
Benötigt
Homematic-Zentrale, ein oder zwei Kontakt-Schnittstellen HmIP-SCI, Reedkontakte mit Magnet, zweiadriges Kabel, Systemvariable „Post“ · Komponenten ansehen
Aufwand
ca. 1–2 Stunden (je nach Kabelweg zum Briefkasten)
Niveau
Niveau 2 von 3: Fortgeschritten
Läuft mit
CCU3RaspberryMaticOpenCCU

Programmvorlage Diese Anleitung ist eine Programmvorlage. Programme zuerst mit unkritischen Geräten testen und die Kontakte vor der endgültigen Montage am Briefkasten auf dem Tisch ausprobieren. Namen von Geräten und Systemvariablen an die eigene Installation anpassen.

Wichtig Die HmIP-SCI ist laut Datenblatt für trockene Innenräume mit 5 bis 35 °C ausgelegt (Schutzart IP20). Sie gehört deshalb nicht in einen Briefkasten im Freien. Montiert wird sie innen, nur der Reedkontakt sitzt am Briefkasten; das Anschlusskabel darf bis zu 30 m lang sein.

Inhalt dieser Anleitung
  1. Ziel und Idee
  2. Hardware: Kontakt-Schnittstelle und Reedkontakt
  3. Systemvariable und Programm „Post ist da“
  4. Meldung beim Leeren zurücksetzen
  5. Testen
  6. Benötigte Komponenten
  7. Tipps aus der Praxis
  8. Häufige Fragen
  9. Passende Anleitungen

01Ziel und Idee

Gerade bei Briefkästen am Gartentor oder in einer Briefkastenanlage weiß man selten, ob schon Post gekommen ist. Ein Briefkastenmelder erspart den Weg: Sobald die Einwurfklappe angehoben wird, kommt eine Nachricht aufs Handy.

Die Vorlage nutzt einen Reedkontakt mit Magnet. Der Magnet sitzt an der beweglichen Klappe, der Reedkontakt am festen Teil des Briefkastens. Bewegt sich die Klappe, öffnet oder schließt der Kontakt. Die Homematic IP Kontakt-Schnittstelle HmIP-SCI wertet diesen Kontakt aus und meldet den Zustand per Funk an die Zentrale.

Damit nicht jedes Klappern eine neue Nachricht auslöst, merkt sich die Zentrale in einer Systemvariable „Post“, dass schon etwas eingeworfen wurde. Erst nach dem Leeren wird die Variable zurückgesetzt – entweder über einen zweiten Kontakt an der Entnahmetür oder über einen Taster.

02Hardware: Kontakt-Schnittstelle und Reedkontakt

Die HmIP-SCI ist für den Anschluss eines herkömmlichen Magnetkontakts oder Glasbruchmelders gedacht. Sie läuft mit zwei AAA-Batterien (laut Hersteller typisch 4 Jahre) und hat eine typische Freifeldreichweite von 330 m. Wichtig für den Briefkasten:

  • Umgebungstemperatur 5 bis 35 °C, Schutzart IP20. Die Schnittstelle gehört in einen trockenen Innenraum, etwa in den Hausflur hinter der Wand, an der der Briefkasten hängt.
  • Kabellänge bis 30 m. Vom Reedkontakt am Briefkasten führt ein zweiadriges Kabel zu den Anschlussklemmen der Schnittstelle.
  • Ein Eingang pro Gerät. Für Einwurfklappe und Entnahmetür werden zwei HmIP-SCI benötigt. Alternativ bietet sich das Homematic IP 6-fach-Kontakt-Interface HmIP-FCI6 an, das in einem Projekt im ELVjournal genau für diesen Zweck eingesetzt wurde.

Als Reedkontakt eignet sich ein Typ, der bei anliegendem Magnet geschlossen ist. Hebt sich die Klappe, entfernt sich der Magnet, der Kontakt öffnet – die Schnittstelle meldet „offen“. Reedkontakt und Magnet sollten bei geschlossener Klappe nur wenige Millimeter auseinanderliegen. Bei Metallbriefkästen den Magnet so platzieren, dass er durch das Blech nicht abgelenkt wird, und den Kontakt im Inneren vor Nässe geschützt verlegen.

Angelernt wird die HmIP-SCI an der Zentrale über „Geräte anlernen“ → „HmIP Gerät anlernen“. Danach im Posteingang einen Namen vergeben, etwa „Briefkasten Klappe“, und unter „Status und Bedienung“ prüfen, ob sich der Zustand beim Bewegen des Magnets ändert.

03Systemvariable und Programm „Post ist da“

Unter Einstellungen → Systemvariablen eine Variable „Post“ vom Typ Logikwert anlegen. Die Werte kann man sprechend benennen, etwa „wahr“ = „Post da“ und „falsch“ = „leer“. So erscheint der Zustand auch in Apps verständlich.

Danach unter Programme und Verknüpfungen → Programme & Zentralenverknüpfung das erste Programm anlegen:

Programme & ZentralenverknüpfungPost ist da
Bedingung: Wenn …
  1. Kontakt-Schnittstelle „Briefkasten Klappe“ (HmIP-SCI) meldet offen – bei Änderung auslösen
  2. UNDSystemvariable „Post“ ist falsch – nur prüfen
Aktivität: Dann …
  1. Systemvariable „Post“ auf wahr („Post da“) setzen – sofort
  2. Benachrichtigung „Post ist da“ auslösen (z. B. per Script an einen Push-Dienst) – sofort
Das Programm reagiert nur auf das Öffnen der Einwurfklappe und nur dann, wenn noch keine Post gemeldet ist. So entsteht pro Leerung genau eine Benachrichtigung. Das Zurücksetzen übernimmt ein zweites Programm.

Die Bedingung „Post ist falsch – nur prüfen“ sorgt für das Entprellen: Solange die Variable auf „Post da“ steht, löst ein erneutes Öffnen der Klappe keine weitere Meldung aus. Auch Wind, der die Klappe mehrfach anhebt, erzeugt so höchstens eine Nachricht.

Für die Benachrichtigung gibt es mehrere Wege: einen Push-Dienst wie Pushover oder Telegram, der per Script aufgerufen wird, ein E-Mail-Add-on oder die Anzeige der Systemvariable in einer App wie der WebUI oder Pocket Control. Welcher Weg passt, hängt davon ab, was auf der Zentrale bereits eingerichtet ist.

04Meldung beim Leeren zurücksetzen

Das zweite Programm „Briefkasten geleert“ setzt die Variable zurück:

  • WENN: Kontakt-Schnittstelle „Briefkasten Tür“ meldet offen – bei Änderung auslösen
  • UND: Systemvariable „Post“ ist wahr – nur prüfen
  • DANN: Systemvariable „Post“ auf falsch setzen – sofort

Wer nur eine Kontakt-Schnittstelle verbauen möchte, kann die Variable stattdessen über einen Wandtaster an der Haustür, einen Fernbedienungsknopf oder per App zurücksetzen. Eine weitere Möglichkeit ist ein Zeitmodul, das „Post“ jede Nacht um 0:00 Uhr auf falsch setzt – dann geht aber über Nacht der Hinweis auf nicht geleerte Post verloren.

Praktisch ist außerdem eine kurze Sperrzeit nach dem Leeren: Beim Herausnehmen der Post wird oft auch die Einwurfklappe bewegt. Dafür im Programm „Briefkasten geleert“ die Zeile „Post auf falsch“ mit „Verzögerung um 2 Minuten“ ausführen. In dieser Zeit steht die Variable noch auf „Post da“, und eine bewegte Klappe löst keine neue Meldung aus.

05Testen

Vor der Montage am Briefkasten den Aufbau auf dem Tisch testen: Magnet vom Reedkontakt wegziehen und prüfen, ob in „Status und Bedienung“ der Zustand wechselt, die Variable „Post“ auf „Post da“ springt und die Benachrichtigung ankommt. Danach den Kontakt an der Entnahmetür auslösen und prüfen, ob „Post“ wieder auf „leer“ steht.

Nach der Montage lohnt ein Blick in die Servicemeldungen der Zentrale: Meldungen wie „Kommunikation gestört“ deuten auf ein zu schwaches Funksignal oder ein Problem mit der Verkabelung hin.

Sinnvoll ist auch ein Test bei kaltem Wetter: Der Reedkontakt selbst ist unempfindlich, aber Kabelverbindungen am Briefkasten können durch Feuchtigkeit Probleme machen. Lötstellen und Klemmen deshalb mit Schrumpfschlauch oder einer kleinen Abzweigdose schützen.

Benötigte Komponenten

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06Tipps aus der Praxis

  • Die HmIP-SCI nicht in den Briefkasten legen: Sie ist für 5 bis 35 °C und trockene Räume ausgelegt. Besser innen montieren und das Kabel zum Reedkontakt führen.
  • Reedkontakt und Magnet bei geschlossener Klappe dicht zusammen montieren. Liegt der Magnet zu weit weg, meldet der Kontakt dauerhaft „offen“.
  • Kabel zum Briefkasten geschützt verlegen, etwa in einem Leerrohr. Ein beschädigtes Kabel kann wie eine geöffnete Klappe wirken.
  • Werbung im Briefkastenschlitz oder Wind können die Klappe bewegen. Die Prüfung „Post ist falsch“ verhindert Mehrfachmeldungen, ein Fehlalarm bleibt aber möglich.
  • Den Batteriestand der Kontakt-Schnittstelle in den Servicemeldungen im Blick behalten, damit der Melder nicht unbemerkt ausfällt.
  • Bei einer Briefkastenanlage im Mehrfamilienhaus vor dem Anbringen von Kontakten und Kabeln die Zustimmung des Eigentümers bzw. der Hausverwaltung einholen.

07Häufige Fragen

Kann die HmIP-SCI direkt im Briefkasten montiert werden?

Laut Datenblatt ist die Kontakt-Schnittstelle für 5 bis 35 °C und trockene Umgebungen ausgelegt (IP20). Für einen Briefkasten im Freien ist sie deshalb nicht vorgesehen. Sinnvoller ist die Montage im Innenraum mit einem bis zu 30 m langen Kabel zum Reedkontakt.

Wie viele Kontakte kann die HmIP-SCI auswerten?

Die HmIP-SCI hat einen Eingang für einen Magnetkontakt oder Glasbruchmelder. Für Einwurfklappe und Entnahmetür sind zwei Geräte nötig, alternativ ein Mehrkanal-Interface wie das HmIP-FCI6.

Wie verhindert man mehrere Meldungen für dieselbe Post?

Eine Systemvariable „Post“ merkt sich, dass bereits etwas eingeworfen wurde. Das Programm meldet nur, wenn die Variable noch auf falsch steht. Erst beim Leeren wird sie zurückgesetzt.

Wie kommt die Meldung „Post ist da“ aufs Handy?

Die CCU braucht dafür einen Benachrichtigungsweg, etwa einen Push-Dienst wie Pushover oder Telegram, der per Script aufgerufen wird, oder ein E-Mail-Add-on. Alternativ zeigt eine App den Zustand der Systemvariable an.

08Passende Anleitungen

Quellen und weiterführende Links (4)

Kommentare

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