Garagentor mit Homematic HM-LC-Sw1-BA-PCB steuern
Kurz erklärt: Ziel ist, einen vorhandenen Garagentorantrieb herstellerunabhängig mit Homematic zu steuern. Der 1-Kanal Batterie-Schaltaktor HM-LC-Sw1-BA-PCB wird mit einem 9-V-Block versorgt und über WAGO-Klemmen in die Leitung des Tasters am Antrieb geschaltet. Per Direktverknüpfung mit einem Handsender unterbricht der Aktor die 12-V-Spannung am Taster für eine Sekunde – der Motor öffnet oder schließt dann das Tor.Stand: November 2026
Auf einen Blick
HM-LC-Sw1-BA-PCB- Ziel
- Einen vorhandenen Garagentorantrieb herstellerunabhängig per Homematic-Handsender oder Programm öffnen und schließen.
- Benötigt
- HM-LC-Sw1-BA-PCB, 9-V-Block, zwei 3er-WAGO-Klemmen, Kabel, Homematic-Handsender oder Taster, optional Homematic-Zentrale, Messgerät · Komponenten ansehen
- Aufwand
- ca. 1 Stunde
- Niveau
- Niveau 2 von 3: Fortgeschritten
- Läuft mit
- CCU3RaspberryMaticOpenCCU; Direktverknüpfung funktioniert auch ohne laufende Zentrale
Sicherheit Im Gehäuse eines Garagentorantriebs liegt in der Regel auch Netzspannung (230 V) an. Vor dem Öffnen den Antrieb vom Netz trennen; Arbeiten an 230-V-Teilen nur durch eine Elektrofachkraft. Ein Tor, das ferngesteuert fährt, kann Personen und Fahrzeuge gefährden – das Tor beim Auslösen möglichst im Blick haben.
Inhalt dieser Anleitung
01Allgemein
Das Garagentor mit Homematic steuern – kein Problem, dachte ich. Aber wie? Beim Stöbern im Internet bin ich auf viele Seiten gestoßen, die dieses Thema behandeln. Leider hat aber keine Anleitung zu meinem „alten“ Garagentormotor der Firma Dorma gepasst. Die meisten Hersteller von Garagentorantrieben bieten neben der Fernbedienung auch eine Möglichkeit, das Tor manuell zu steuern. Meist handelt es sich dabei um einen Taster direkt am Gehäuse. Meine herstellerunabhängige Lösung: der Batterie-Schaltaktor von Homematic in Verbindung mit genau diesem Taster.
02Anleitung
- Als Erstes prüft man, ob der Motor einen externen Taster hat, an den man sich anschließen kann.
Nach dem Abnehmen des Gehäuses (Antrieb vorher vom Netz trennen!) sieht man ins Innere des Motors.
In meinem Fall sind am Taster zwei weiße Kabel angeschlossen.
Die Messung mit einem Voltmeter ergab eine Spannung von 12 V, die konstant am Taster anliegt.
Der Taster unterbricht also diesen Stromkreis und gibt so das Signal an den Motor, der daraufhin das Tor öffnet oder schließt.
Nun verdrahtet man den Batterie-Schaltaktor.
Da der Aktor potentialfrei schaltet, wird ein 9-V-Block benötigt, der ihn mit Betriebsspannung versorgt (blaue Klemmen an der linken Seite des Aktors).
Beim Anschluss des 9-V-Blocks unbedingt auf die richtige Polung achten.
An die Schaltausgänge (blaue Klemmen an der rechten Seite des Aktors) habe ich zwei 3er-WAGO-Klemmen angeschlossen.
Diese werden anschließend mit dem Taster verbunden.
- Wie auf dem Bild zu sehen, habe ich die beiden weißen Kabel vom Taster abgezogen, durchtrennt, die zwei WAGO-Klemmen dazwischengesetzt und die Kabel dann wieder am Taster angeschlossen.
- Den 9-V-Block habe ich mit einem Kabelbinder direkt im Gehäuse befestigt und beobachte die Batterielaufzeit. Schön ist das nicht, aber es erfüllt seinen Zweck.
- Man kann die Batterie auch außerhalb des Gehäuses anbringen – dann ist sie leichter zu wechseln.
- Zwischen einem Handsender und dem Batterie-Schaltaktor habe ich eine Direktverknüpfung angelegt.
- Profil: Schalter auf aus und Verweildauer im Zustand "aus" auf eine Sekunde
- Die konstanten 12 V am Taster werden beim Auslösen für genau eine Sekunde unterbrochen.
- Damit bekommt der Motor das Signal, das Tor zu öffnen oder zu schließen.
Das Ganze lässt sich auch als WebUI-Programm umsetzen: Aktor ausschalten und nach einer Sekunde verzögert wieder einschalten. Das ist schnell erledigt, deshalb beschreibe ich es hier nicht im Detail.
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03Tipps aus der Praxis
- Vorher mit dem Messgerät prüfen, wie der Taster arbeitet: Bei meinem Antrieb liegen 12 V an, die der Taster unterbricht. Andere Antriebe erwarten ein kurzes Schließen des Kontakts – dann muss der Aktor als Schließer statt als Öffner arbeiten.
- Der Impuls kennt keinen Torzustand: Derselbe Befehl öffnet, schließt oder stoppt das Tor. Ein zusätzlicher Tür-/Fensterkontakt am Tor zeigt zuverlässig an, ob es offen oder geschlossen ist.
- Den 9-V-Block regelmäßig prüfen und die Servicemeldungen der Zentrale im Blick behalten, damit die Homematic-Steuerung nicht unbemerkt ausfällt.
- Die Batterie so befestigen, dass sie nicht an bewegliche Teile oder heiße Bauteile des Antriebs kommt; außerhalb des Gehäuses ist sie leichter zu tauschen.
- Die Direktverknüpfung funktioniert auch, wenn die Zentrale ausfällt oder neu startet. Für Automatiken (z. B. abends automatisch schließen) zusätzlich ein Programm anlegen.
04Häufige Fragen
Kann man jedes Garagentor mit Homematic steuern?
Viele Garagentorantriebe haben einen Taster am Gehäuse oder einen Anschluss für einen externen Taster. Dort lässt sich ein potentialfreier Schaltaktor wie der HM-LC-Sw1-BA-PCB anschließen, der den Tastendruck nachbildet. Wie der Taster genau arbeitet, sollte man vorher am eigenen Antrieb messen.
Warum braucht der HM-LC-Sw1-BA-PCB eine Batterie?
Der Aktor schaltet potentialfrei und bezieht seine Betriebsspannung nicht aus dem geschalteten Stromkreis. Deshalb wird er über einen 9-V-Block versorgt; dabei muss die Polung beachtet werden.
Wie stelle ich den kurzen Impuls von einer Sekunde ein?
In der Direktverknüpfung zwischen Handsender und Aktor wählt man ein Profil mit „Schalter auf aus“ und setzt die Verweildauer im Zustand „aus“ auf eine Sekunde. Danach schaltet der Aktor selbstständig wieder ein. In einem WebUI-Programm erreicht man das Gleiche mit „aus“ und einer um eine Sekunde verzögerten Aktion „ein“.
Woher weiß ich, ob das Garagentor offen oder geschlossen ist?
Der Aktor gibt nur einen Impuls und kennt den Torzustand nicht. Für eine sichere Rückmeldung montiert man einen Tür-/Fensterkontakt am Tor und fragt dessen Zustand in Programmen oder in der App ab.
Kommentare
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